Vereinsgeschichte

Die Gründung

Am 21. November 1925 trafen sich neun Sportbegeisterte mit dem gleichen Gedanken in einer Moabiter Kneipe nicht nur um Bier zu trinken, sondern um einen Sportverein zu gründen.
Wassersport sollte betrieben werden – die Kneipe lag im Nord-Westen Berlins; der Verein wurde gegründet und erhielt folgerichtig den Namen

Kajak-Club Nord-West Berlin e. V.

Das Vereinsleben bestand im Wesentlichen daraus, am Wochenende den Kanuwandersport auszuüben. Im Mai 1926 wurde der KCNW in den Deutschen Kanuverband aufgenommen.
Von nun an wurde an Rennsport-Regatten teilgenommen. Der Wunsch nach einem eigenen Bootshaus ging 1927 nach Verhandlungen mit dem Bezirksamt Spandau in Erfüllung. Der KCNW erhielt das Grundstück auf dem sich der Verein noch heute befindet.
So entstand im April 1927 der erste Bootsschuppen, dem folgte in den darauf folgenden Jahren Erweiterungsbauten, bis zu guter Letzt 1934 ein größerer Neubau entstanden ist.

Der Sport

Parallel dazu lief auch die sportliche Entwicklung weiter. Konnte 1927 der Kamerad Fröhlich mit 667 km die meisten gefahrenen Kilometer des Vereins aufweisen, so lag bereits 1931 der Jahresdurchschnitt bei 1040 km.
Erst jetzt wurde klar welch Freude und Erholung in der wunderschönen, näheren Umgebung Berlins möglich war. Im Augenblick ging es dem KCNW recht gut, mit einem neuen Bootshaus, auf einem schönen Grundstück und mit einem festen Mitgliederstamm. Im Bootsschuppen stand eine ganze Reihe gut gepflegter Boote
In den folgenden Jahren wurden Regatten in Grünau, Potsdam, Heiligensee, Fürstenwalde und in anderen Orten mit Erfolg besucht.

Beginn des zweiten Weltkrieges

Die Hoffnung der in Berlin verbliebenen Kameraden, wenigstens das Bootshaus über den Krieg zu retten, wurde im Frühjahr 1945 noch zerstört. Eine Bombe ließ das mit viel Mühe erbaute Haus wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Der KCNW schien nach fast zwanzigjährigem Bestehen unwiderruflich zerstört.

Und weiter geht es…

Die sich langsam wieder zusammenfindenden Kameraden räumten auf und bauten ein behelfsmäßiges Bootshaus, so dass der Sportbetrieb weiterlaufen konnte. Zu Beginn der 50ger Jahre konnte sogar das erste Vereinsrennboot nach dem Krieg angeschafft werden.
Durch die territoriale Einschränkung war der Wandersport nicht mehr der Renner. Der KCNW setzte jetzt intensiver auf den Rennsport.
Mit viel Engagement bauten die Mitglieder ihr Vereinshaus wieder auf, wobei die sportliche Weiterentwicklung parallel dazu verlief. Anfangs wurde der Kanadiersport sehr gefördert, wobei die Sportler auf den Norddeutschen und den Deutschen Meisterschaft ihre Erfolge feierten. Hinzu kommen noch etliche Berliner Meisterschaftstitel
Nach dem Bau der Mauer verloren wir zirka 30% unserer Mitglieder und die sportliche Entwicklung stagnierte. Seit 1967 wurde eine schlagkräftige Jugendgruppe aufgebaut. Die kontinuierliche Arbeit wurde belohnt: zweimal ausgezeichnet für beste Jugendarbeit in Berlin. 18 Berliner Jugendbestentitel, neun Norddeutsche Jugendbeste.
Finanzielle Probleme, sportliche Vorteile und die Nähe dreier Kanuvereine: Zugvogel, Verein für Kanusport und Nord-West führten zur Bildung der Rennsportgemeinschaft Hohenzollernkanal, später Rennsportgemeinschaft Berlin, weil noch der RKV dazu kam.
Als 1972 viele Rennsportler den Leistungssport aufgaben, weil sie eine Ausbildung anfingen oder einer Erwerbstätigkeit nachgehen mussten, ging die Kurve des Kanurennsports beim KCNW nach unten.

Um diese Sportler und auch ältere Kameraden beim Kanusport zu halten, wurde eine Idee aufgegriffen, die man auf der Deutschen Meisterschaft im Kanurennsport 1969 in Essen kennen gelernt hatte: Das Kanupolo-Spiel

Start des Kanupolosports

Am Anfang gab es eine Polomannschaft gemischten Alters und wir zahlten viel Lehrgeld, da es mit Schnelligkeit allein nicht getan war, weil, da gab es noch den Ball. Wir verbesserten uns aber zusehends.
Seid 1992, leitet Lutz Rauhe die Geschäfte des Vereins, der zu diesem Zeitpunkt Trainer einer RKVer Schülerrennsportmannschaft war, mit der er dann auch Kanupolo im KCNW spielte. Das Ergebnis daraus war die erste errungene Deutsche Meisterschaft im Kanupolo, derer sollten dann noch sechs weitere Meisterschaften und zwei 3. Plätze folgen. Wir hatten also von 1994 bis zum Jahr 2001 sieben Deutsche Meisterschaften errungen. In einigen Jahren konnten wir sogar in allen fünf Klassen zur DM antreten.
Aus den heranwachsenden Jugendlichen entwickelte sich eine Männermannschaft, die es geschafft hat, in die bestehende Bundesliga aufzusteigen. Auf Anhieb belegten sie bei der DM 2000 den 6. Rang von 12 Mannschaften, den Platz konnten sie 2001 verteidigen.
Aus dieser Herrenmannschaft spielen drei Sportler in der U21-Nationalmannschaft und belegten auf der Europameisterschaft 2001 in Bydgosz/Polen den zweiten Platz.

Während wir früher Kanupolo-Turniere nur besucht haben, so sind wir heutzutage in der Lage selbst Turniere auszurichten. Hier ist zu nennen unser KCNW-Turnier, das schon zum 12.Mal und der Spandauer Jugend Cup, der zum vierten Mal in folge ausgetragen wurde.
Ein Novum im Berliner Vereinssport gab es beim KCNW seit Juli 2000. In unserem Verein fand Schulsport statt. Durch die Sportbetonung an der Heinrich-Böll-Oberschule in Spandau ist Kanusport zum Schulfach geworden. Ziel dieser Maßnahme ist die Anfängerausbildung und -Bindung, sowie die Förderung des Leistungssports, indem man drei Vormittagstrainingseinheiten gewinnt, die sogar benotet werden. Die Kooperation wurde Ende 2006 eingestellt.

Jüngere Geschichte des Kanupolos

Ihm Jahr 2008 wurde auch für die Damen eine Bundesliga eingeführt. Erstmalig in der Damenbundesliga vertreten war der KCNW im Jahr 2009 und erlangte auf Anhieb den Deutschen Meister Titel.

Auch den Herren gelang es 2009 erstmalig den Titel des Deutschen Meisters zu erlangen. Im gleichen Jahr wurden auch die Jugend und die Junioren Deutscher Meister. Das Jahr 2009 war somit das bislang erfolgreichste des Vereins in der Kategorie Kanupolo.

Doch natürlich sollte es nicht dabei bleiben. Seit 2009 gelang es dem Verein 6 weitere Titel zu erlangen (Stand 2017) und die Damen gewannen 2012 sogar die Champions – League! Außerdem stellte der Verein in den vergangen Jahren zahlreiche Nationalspieler die in den verschiedenen Klassen die Europa- , Welmeisterschaften und die World Games gewinnen konnten. Seit 2009 stellet der Club insgesamt 15 Sportler, die die Deutschen Teams in den verschiedenen Klassenunterstützen (Stand 2017).

Unser Ziel

Unser Ziel ist es, weiterhin Kinder und Jugendliche im Kanusport auszubilden, so dass wir auf Dauer in der höchsten Spielklasse verweilen können. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die jungen Menschen nirgends so viel über soziales Verhalten lernen, wie in einer Sportgemeinschaft. In einer Zeit, in der auch im Berufsleben nur noch Teamarbeit und Teamgeist verlangt werden, ist der Sportverein mit dem Hang zur Gemeinschaft und zu gruppengerechtem Verhalten eine kaum zu überbietende Schule. Hier liegt die Daseinsberechtigung eines Sportvereins und auch die des KCNW.

Kommentare sind geschlossen.